Der Samen ist der Schlüssel zu allen Kräften und der Schlüssel zu allen Reichen.
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Der okkulte Weg

Montag, 03. April 2017 - 14:43 Uhr  |  Kategorie: Esoterik

 

Geschrieben von Dion Fortune (alle Rechte vorbehalten)

Der mystische Weg, der zur Vereinigung mit Gott führt, ist so bekannt, dass oft vergessen wird, dass es einen anderen Weg gibt, der scheinbar in eine andere Richtung führt, aber am Ende zum selben Ziel führt. Wir sind so daran gewöhnt zu hören, dass die Abkehr von der Welt und die Verleugnung seiner Selbst der einzig wahre Weg für die Seele ist, die das Höchste sucht, dass wir es kaum zu flüstern wagen, dass es einen anderen Weg geben könnte, den Weg der Beherrschung der manifestierten Existenz und die Apotheose des Selbst.

Es gibt zwei Möglichkeiten Gott zu verehren: wir können ihn in der unmanifestierten Essenz verehren oder wir können ihn in seiner manifestierten Form verehren. Beide Wege sind legitim, sofern wir bei der Verehrung der manifestierten Form, die Essenz nicht vergessen und bei der Verehrung der Essenz diese nicht mit der manifestierten Form verwechseln, denn beides würde bedeuten, die Sünde des Götzendienstes zu begehen, die letztendlich nichts anders ist als eine falsche Gewichtung.

Der Mystiker versucht, Gott in der Essenz zu verehren; aber die unmanifestierte Essenz oder Wurzel Gottes entzieht sich dem menschlichen Bewusstsein. Deshalb muss der Mystiker, um den Gegenstand seiner Verehrung zu begreifen, das normale menschliche Bewusstsein transzendieren. Es ist nicht möglich, das innerste Wesen eines Zustandes der Existenz zu begreifen, außer wenn wir fähig sind, in es einzudringen und zumindest teilweise seine Erfahrungen zu teilen.

Der Mystiker hat deshalb die Aufgabe, sein Bewusstsein von den gewöhnlichen Fesseln der Form zu befreien.

In diese Richtung geht die asketische Disziplin, die das Niedere eliminiert, damit das Höhere befreit wird, um sich mit Gott zu vereinen und ihn dadurch kennenzulernen.

Der Weg des Mystikers ist ein Weg der Entsagung, bis er alle Grenzen seiner niederen Natur durchbricht und die Freiheit erreicht; dann bleibt nichts zurück, das ihn von Gott trennen könnte und seine Seele steigt empor zum Licht und kehrt nicht zurück.

Aber der andere Weg ist kein Weg der Entsagung, sondern ein Weg der Erfüllung; er besteht nicht darin, sich vom menschlichen Schicksal zu trennen, sondern in der Konzentration und Sublimation dieses Schicksals. Jede Seele, die diesen Weg nimmt, erlebt ihre eigene Erfahrung auf jeder Stufe und jedem Aspekt der manifestierten Existenz und bringt sie ins Gleichgewicht, spiritualisiert sie und absorbiert ihre Essenz.

Das Ziel jener, die diesen Weg gehen, ist es die vollständige Herrschaft über jeden Aspekt des erschaffenen Lebens zu erreichen. Aber wenn wir über Herrschaft sprechen, meinen wir nicht die Herrschaft eines Sklavenhaltes über seine Sklaven, sondern wir meinen die Herrschaft eines Virtuosen über sein Instrument; eine Herrschaft, die sich auf die Fähigkeit stützt, sich an dessen Natur anzupassen und in seinen Geist einzudringen und so ihre gesamte Kapazität der Interpretation auszuschöpfen.

Der Adept, der die Herrschaft über die Sphäre von Luna gewonnen hat, erklärt der Welt die Botschaft des Mondes und offenbart seine Mächte in vollkommenem Gleichgewicht.

Das Reich, über das der Meister des Tempels herrscht, ist keine absolute Monarchie. Er erlangt diese Meisterschaft nicht, damit Throne, Herrschaften und Mächte ihm dienen, sondern um ihnen Gottes Heilsbotschaft zu bringen und sie zu ihrem hohen Erbe zu rufen. Er ist ein Diener der Evolution; Es ist seine Aufgabe, Ordnung in das Chaos, Harmonie in die Disharmonie und unausgeglichene Kräfte ins Gleichgewicht zu bringen.

Die vedische Lehre der östlichen Tradition unterscheidet klar zwischen der Verehrung des unmanifestierten Gottes, der spirituellen Essenz der Schöpfung und der Verehrung der manifestierten Aspekte oder der Götter.

„Identifiziere das Selbst mit den Teilaspekten, die die Yoginis sind und die verschiedenen Mächte (Siddhis) werden erreicht. Identifiziere das Selbst mit der Maha-Yogini selbst und du wirst frei sein, denn du wirst nicht mehr du sein, sondern sie … Womit sich ein Mensch identifizieren sollte, hängt davon ab, was er will. Aber was auch immer es ist, er bekommt die Macht, wenn er sie will und dafür arbeitet.“ (World as Power von John Woodroffe)

Was sollte ein Mensch wollen? Das ist die nächste Frage, die wir uns stellen müssen. Die Antwort darauf hängt vollkommen von der Stufe der Evolution ab, die wir erreicht haben. Die Seele muss ihre menschlichen Erfahrungen vervollständigen, bevor sie bereit ist für die göttliche Vereinigung. Sie muss den Tiefpunkt des Abstiegs in die Materie durchlaufen, bevor sie auf den Pfad der Rückkehr gelangen kann. Wir sind nicht bereit für den mystischen Weg, bis wir uns dem Zeitpunkt unserer Freiheit vom Rad der Geburt und des Todes nähern; aber zu versuchen, diesem Rad zu früh zu entkommen, bedeutet unsere Ausbildung zu umgehen.

Wie eine Rennjacht, die die äußerste Markierungs-Boje umgeht und disqualifiziert wird; wir haben die Voraussetzungen der Befreiung nicht erfüllt, die verlangen, dass wir nichts umgehen und nur das hinter uns lassen, was wir beherrschen, ins Gleichgewicht gebracht haben und überwunden haben.

Es ist eine falsche Lehre, die von uns verlangt, etwas aus unserer Natur auszulöschen, das Gott dort eingepflanzt hat, so falsch und dumm wie ein temperamentvolles reinrassiges Fohlen zu verkrüppeln, nur weil es wild und ungebrochen ist. Die Liebe zur Schönheit, der lebendige Drang der sauberen, normalen, gesunden Instinkte, die Freude am Kampf, wir wären arme Kreaturen, ohne all das, das Gott uns gegeben hat und wir können davon ausgehen, dass er wusste, was er tat, als er es tat. Wer sind wir, um seiner Hände Werk zu richten und das zu verurteilen, was er für gut befunden hat?

Was das Gesetz Gottes verbietet, ist der Missbrauch dieser Dinge, nicht die Verwendung für die Zwecke, für die sie bestimmt sind. Der Pfad des täglichen Lebens bietet eine weitaus vernünftigere und effektivere Disziplin für die Instinkte, als die Einsiedler-Höhlen von Theben mit ihren asketischen Folterungen und Selbstverstümmelungen, die die Natur vergewaltigen und das Werk Gottes beleidigen.

Verängstigt durch die elementaren Kräfte, wenn er ungereinigt und unvorbereitet auf sie trifft, flieht der Asket vor dem, von dem er glaubt, versucht zu werden. Es ist weitaus besser, die kämpfenden Kräfte in unserer eigenen Natur ins Gleichgewicht zu bringen, bis wir fähig sind, mit unseren ungebändigten Instinkten umzugehen und sie dazu zu bringen, den Wagen der Seele mit der Kraft ihren unermüdlichen Kräften zu ziehen.

Für jeden von uns wird der Tag kommen, an dem wir vom Rad der Geburt und des Todes befreit werden und das Reich des Lichtes betreten und von dort nie wieder zurückkommen; wenn wir versuchen, diese Elemente und ihre Probleme beiseitezuschieben, bevor dieser Tag anbricht, bringen wir das Ruder auf den Kurs nach Hause, bevor wir die Markierungs-Boje umrundet haben; wir sind wie der Mann, der sein Talent in der Erde vergraben hat, weil er Angst davor hatte. Unser Herr wird uns nicht danken für unsere falsche Hingabe an ein unreifes Vorbild, sondern uns unnütze Diener nennen.

Der Schlüssel zur Lösung des ganzen Problems liegt, wie so viele andere, in der Lehre der Reinkarnation. Wenn wir glauben, dass die gesamte menschliche Verwirklichung in einem einzigen Leben vollbracht werden muss und dass wir an dessen Ende beurteilt werden, unterwerfen wir uns einem Idealismus, den wir noch nicht durch den Prozess eines natürlichen Wachstums erreicht haben. Die Befreiung aus dem Rad, die Aufgabe der Materie, göttliche Vereinigung, das wird für alle von uns im Laufe der Zeit kommen, denn das Ziel der Evolution ist es, uns dorthin zu bringen, aber diese Zeit ist noch nicht gekommen und wir sind sehr töricht, wenn wir zulassen, dass ein anderer, wie fortgeschritten er auch sein mag, für uns beurteilt, wo wir auf der Leiter der Evolution stehen und beurteilt, was unser nächster Schritt sein soll.

Lasst uns unseren Überzeugungen treu sein und unseren eigenen tieferen Eingebungen folgen. Wenn es unser Verlangen ist, Gott in seiner glorreichen Erscheinung zu verehren, lasst es uns von ganzem Herzen tun; darin liegt der Weg der Verwirklichung für uns. Dies bedeutet nicht, die Entfesselung der Triebe; der Tanz der Natur ist eine geordnete und rhythmische Bewegung, wir dürfen unseren Platz in diesem lebenden Muster nicht verlassen, sonst werden wir es zerstören. Wir müssen mit der Natur für die Natur arbeiten, wenn sie unsere Mutter sein soll. Das ist genug Disziplin für jede Seele.

Wenn wir auf der anderen Seite einen Impuls fühlen, uns auf den mystischen Pfad zu begeben, sollten wir uns ernsthaft fragen, ob wir diesem Pfad folgen, weil der Ruf Gottes in unserem Herzen so stark ist, oder weil wir das Leben so schwierig finden, dass wir den Problemen für immer entkommen wollen.

 

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Das Vater Unser

Dienstag, 21. März 2017 - 16:30 Uhr  |  Kategorie: Mystik

Geschrieben von Samael Aun Weor

Von allen rituellen Gebeten ist das Vater Unser das mächtigste Gebet. Es ist ein magisches Gebet von immenser Kraft. Vorstellungskraft, Inspiration und Intuition sind die drei obligatorischen Wege der Einweihung.

Meister Huiracocha sagt Folgendes: „zuerst muss man im Inneren die spirituellen Dinge sehen und dann dem Verb oder dem göttlichen Wort lauschen, um unseren spirituellen Organismus für die Einweihung vorzubereiten.“

Diese Dreiheit finden wir in den drei ersten Bitten des Vater Unsers, wie folgt:

„Geheiligt werde dein Name“, das heißt, das göttliche Wort, der wunderbare Name Gottes, das schöpferische Wort.

„Dein Reich komme“, durch das Aussprechen des Wortes, durch die Mantrams kommt das innere Reich der heiligen Meister zu uns.

„Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.“

Darin ist die Vereinigung mit Gott, die alles löst … mit diesen drei Bitten, sagt Krumm-Heller, haben wir alles erbeten. Und wenn wir das eines Tages erreichen, werden wir bereits Götter sein. Dann brauchen wir nicht mehr zu bitten.

Die gnostische Kirche bewahrt die vollständige geheime Lehre des Retters der Welt. Die gnostische Kirche ist die Religion der Freude und der Schönheit. Die gnostische Kirche ist der ursprüngliche Stamm, aus dem die römische Kirche und alle anderen Sekten, die den Christus anbeten, hervorgingen. Die gnostische Kirche ist die einzige Kirche, die im Geheimen die Doktrin bewahrt, die Christus seinen Jüngern von Mund zu Ohr weitergab.

Wir sind gegen keine Religion. Wir laden die Menschen aller heiligen Religionen ein, die den Herrn anbeten, unsere Geheimlehre zu studieren.

Wir dürfen nicht vergessen, dass es Rituale des Lichts und Rituale der Finsternis gibt. Wir besitzen die geheimen Rituale des Retters der Welt.

Wir verachten keine Religion oder schätzen sie gering. Alle Religionen sind kostbare Perlen auf der goldenen Schnur der Göttlichkeit. Wir stellen nur fest, dass die Gnosis die Flamme ist, aus der alle Religionen des Universums hervorgehen. Das ist alles.


Eine Königin des Feuers

Montag, 13. März 2017 - 07:12 Uhr  |  Kategorie: Elementargeister

 Geschrieben von Samael Aun Weor

Wir sind nun in einen mittelalterlichen Palast eingetreten. Ein Kind spielt in diesem antiken Palast. Das Kind steigt eine Leiter hoch; wir müssen zu Kindern werden, um die Leiter der Weisheit zu erklimmen. In diesem alten Palast lebt eine Königin des Feuers. Sie ist die elementale Königin des Wacholders, die in einem physischen Körper an einem antiken mittelalterlichen Hof inkarniert ist.

Sie ist eine besonnene Magierin, sie ist eine strenge Magierin, gekleidet in mittelalterlichem Stil. Diese elementale Königin hat ein wunderbares jugendliches Aussehen, sie lebt ein vorbildliches Leben in diesem antiken feudalen Palast.

In tiefe innere Meditation vertieft betreten wir einen unterirdischen Salon dieses alten Anwesens und vor unseren spirituellen Augen erscheint ein einfaches Bett, eine erhabene Dame und einige heilige Meister, die diese elementale Königin des Wacholders unterstützen, die im Mittelalter in einem physischen Körper inkarniert war. Dieser merkwürdige Raum, indem man den Staub der Jahrhunderte atmet, ist von einem alten Kronleuchter beleuchtet.

Vor jenem Bett strömen unbestimmte und köstliche Schwaden aus einem rauchenden Eisengefäß. Das Feuer brennt intensiv unter diesem Gefäß. Eine Flüssigkeit kocht und in dieser Flüssigkeit ist der Wacholder. Die Flüssigkeit dieses Gefäßes ist das reine Wasser des Lebens, in dem der Wacholderbaum sich befindet. Das ist die Pflanze der göttlichen Könige. Drei Chibcha Zipas aus Bacata praktizierten den Kult des Wacholders. Alle göttlichen Könige der Antike praktizierten die königliche Kunst des Wacholders.

Das Mantram des Elementargeistes des Wacholders ist Kem-Lem.

Der Elementargeist des Wacholders gleicht einem schönen Mädchen. Jeder Baum hat seinen Elementargeist. Alle Elementargeister des Wacholders gehorchen der elementalen Königin, die einstmals in jenen mittelalterlichen Palast inkarniert war. Die Königin bittet Agni um Hilfe und dieses Kind des Feuers schwebt in diesem seltsamen Raum. Der Elementargeist des Wacholders gehorcht und im Rauch aus dem Gefäß erscheinen einige Meister der Weisheit.

Der Rauch des Wacholders bildet einen gasförmigen Körper, damit der angerufene Engel sich mit ihm bekleiden kann und in der physischen Welt sichtbar und berührbar werden kann. Alle göttlichen Könige der Antike praktizierten die königliche Kunst des Wacholders, um mit den Engeln zu sprechen. Der Beschwörer muss während des Rituals ein Glas Wacholder trinken. Die Chakras werden mit diesem Ritual des Wacholders aktiv.

Jeder Baum hat sein Elementarwesen. Die Elementarwesen des Wacholders unterstehen dieser Königin des Feuers, die während des Mittelalters an einem prunkvollen Hof inkarniert war. Die Königin des Wacholders zelebriert nun ihre Mysterien in einem unterirdischen Tempel. Die Wacholderbeeren, als Räucherwerk benutzt, reinigen den Astralkörper von allen Arten von Larven.

Der Eingeweihte muss sich mit seinem priesterlichen Gewand kleiden, um im Tempel mit dem Elementargeist des Wacholders zu zelebrieren. Während der Zeit, die das heilige Ritual de Wacholders dauert, muss der Baum, von dem man die Zweige und Beeren genommen hat, mit schwarzen Tüchern bedeckt bleiben und einige Steine sollen an ihm hängen.

Während der heiligen Anrufung des Elementargeistes des Wacholders muss der Eingeweihte eine Trompete erklingen lassen, die aus dem Horn eines Widders gemacht wurde. Das Elementarwesen des Wacholders bildet aus dem Rauch einen gasförmigen Körper, der dem angerufenen Engel als Werkzeug dient.

Wenn die Anrufung einer Antwort wert ist, wird der angerufene Engel dem Ruf folgen. Er wird sich sichtbar und berührbar in der physischen Welt machen, um mit demjenigen zu sprechen, der ihn gerufen hat. Jene, die unwürdig sind können tausend Mal rufen, aber sie werden nicht gehört werden, weil den Unwürdigen alle Türen geschlossen sind, mit der Ausnahme der Reue.

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Crata Repoa

Dienstag, 28. Februar 2017 - 12:32 Uhr  |  Kategorie: Einweihung

Vorbereitung zur Einweihung von Crata Repoa

Wenn jemand Lust hatte, in die Gesellschaft von Crata Repoa zu treten, so musste er zuvörderst von einem solchen Eingeweihten besonders empfohlen werden. Gemeiniglich geschah solches von dem Könige selbst, durch ein Schreiben an die Priester. Die Priester aber wiesen ihn zuerst von Heliopolis ab, zu den Lehrern von Memphis; von Memphis wurde er nach Theben erwiesen.

Endlich wurde er beschnitten. Gleich darauf wurden ihm gewisse Speisen untersagt, und er durfte keinen Wein mehr trinken, als bis er in dem höheren Grad nur dann und wann dazu Erlaubnis erhielt. Endlich musste er einige Zeit, gleich einem Gefangenen, viele Monate hindurch, seinen eigenen Gedanken überlassen, in einer unterirdischen Höhle zubringen. Sie gaben ihm die Erlaubniß, seine Gedanken aufzuschreiben, welche sorgfältig untersucht wurden, um den Verstand des neuen Mitgliedes kennen zulernen. Darnach wurde er in einen Gang, mit Hermessäulen besetzt, geführt, worauf Sittensprüche waren, die er auswendig lernen musste.

So bald er diese auswendig wusste, kam Thesmosphores zu ihm. Er hielt eine starke Peitsche in der Hand, um den Pöbel vor dem Thor der Profanen aufzuhalten, durch welches er den neu Einzuweihenden führte.

Dem Eingeweihten wurden die Augen verbunden, und seine Hände mit starken leimernen Bändern gefesselt.

 

Erster Grad

Des Pastophoris oder Lehrlinge, der die Thür des Eingange zu dem Thor der Menschen zu bewachen hat

So bald der Lehrling in der Grotte zubereitet worden, so nahm ihn der06 Thesmosphores bei der Hand, und führte ihn vor das Thor der MenschenBey seiner Ankunft schlug der Thesmosphores einen älteren Pastophoris, der zur Bewachung der Türe außerhalb gestellt war, auf die Schulter, der alsdann den Lehrling durch ein Anklopfen an der Tür des Eingangs meldete.

Nach einigen an ihn geschehenen Fragen, eröffnete sich das Thor der Menschen und wurde der neu Eingeweihte eingelassen. Hier wurde er von dem Hierophantes wegen verschiedener Sachen befragt, worauf er genaue Antwort gehen mußte. Danach führte man den Lehrling in der Birantha herum. Während dieser Zeit verursachte man einen künstlichen Wind und ließ über den Eingeweihten regnen. Die Blitze fuhren ihm ins Gesicht, und schreckliche Donner erschütterten sein Gehör. Wenn nun der Lehrling durch nichts erschrocken werden konnte, so wurden ihm von dem Menies oder Gesetzleser die Verfassungen von Crata Repoa vorgelesen, welche er billigen musste.

Hatte er sich denenselben völlig unterworfen, so führte ihn der Thesmosphores vor den Hierophanten, vor welchem er mit entblößten Knien sich niederwerfen musste und indem man auf seine Kehle die Spitze eines scharfen Schwerts setzte, musste der Lehrling Treue und Verschwiegenheit angeloben, wobei Sonne, Mond und Sterne, als Zeugen der Wahrheit, angerufen wurden. Nach diesem Eide eröffnete man dem Lehrling die Augen und stellte ihn zwischen zwo Säulen, so Betilies heißen und viereckig waren. Zwischen diesen beiden Säulen lag eine Leiter von sieben Sprossen mit acht Türen von verschiedenen Matatteu. Man erklärte aber nicht gleich dem Lehrling diese Figuren, sondern der Hierophant hielt folgende Rede:

»Ich wende mich zu euch, die ihr das Recht habt, mich anzuhören. Schließet alle Türen fest zu, damit die Profanen und die Spötter nicht hineinkommen mögen. Ihr aber Mene Musée oder Kinder der Arbeit der himmlischen Untersuchung, höret meine Rede! Ich trage euch große Wahrheiten vor. Hütet euch vor Vorurteilen und Leidenschaften, welche euch von dem rechten Wege der Glückseligkeit entfernen werden. Richtet eure Gedanken auf das göttliche Wesen und lasset dasselbe stets vor euren Augen sein, um dadurch euer Herz und Sinne zu lenken. Wenn ihr den sichern Pfad der Glückseligkeit betreten wollt, so bedenkt, dass ihr stets vor den Augen des Allmächtigen einhergehet, der die Welt erschaffen. Es ist das einzige Wesen, welches alle Dinge erhält und hervorgebracht hat, und das von sich bestehet. Er sieht alles. Kein Sterblicher kann ihn sehen, und kein Meneh wird sich seinen Blicken entziehen.«

Nach dieser Rede zeigten sie dem Lehrling an, dass die Leiter, über deren Sprossen er gehen müsste, ein Sinnbild der Seelenwanderung wäre. Ferner belehrten sie ihn, dass die Namen der Götter eine ganz andere Bedeutung hätten, als das Volk glaubte. Sie erklärten ihm die Ursachen von den Winden, Blitz und Donner. Kurz, dieser Grad war der Naturlehre gewidmet. Dazu zählten sie die Anatomie und die Arzneikunst. Sie lehrten auch die symbolische Sprache und die gewöhnliche hieroglyphische Schrift.

Gleich nach seiner Aufnahme gab ihm der Hierophant das Losungswort, woran sich alle Eingeweihte erkannten, und welches Ameun hieß, und so viel, als sei verschwiegen, bedeutet. Sie erkannten sich auch an einem besondern Handgriff. Darnach erhielt er eine Art von Mütze, welche wie eine Pyramide gestaltet war. Seine Hüften umgürteten sie mit einem Schurztuche, so sie Xylon nannten. Um seinen Hals trug er eine Art von Kragen, der aber glatt an der Brust anschloss. Sonst ging er unbekleidet und musste das Thor der Menschen bewachen, so oft ihn die Reihe traf.

 

Zweite Grad

Neocoris

Wenn der Pastophoris in seinem Lehrjahre Merkmale von seinen Fähigkeiten gab, so wurde ihm ein starkes Fasten aufgelegt. Nach Vollendung desselben wurde der Neocoris in eine schwarze Kammer gebracht, so Endimion genannt wurde. Schmackhafte Speisen, welche von schönen Weibern ihm aufgetragen wurden, erfrischten seine abgemattete Kräfte. Dieses waren die Frauen der Priester, welche, gleich wie die Gefährtin der Diana, ihn besuchten, und ihn auf alle mögliche Weise zur Liebe reizten.

Wenn er diese Probe ausgestanden, so kam der Thesmospbores wiederum zu ihm und tat einige Fragen an ihn. Nach richtiger Beantwortung derselben wurde der Neocoris in die Versammlung geführt. Der Stolista oder Wasserträger begoss ihn mit Wasser. Er musste hierauf versichern, dass er keusch und züchtig gelebt habe. Wann diese Handlung geschehen war, so kam der Thesmosphores mit einer lebendigen Schlange auf ihn zugelaufen, warf sie ihm auf den Leib, und zog solche durch das Schurzkleid wiederum hervor.

Der ganze Ort der Zusammenkunft war gleichfalls mit Schlangen gefüllt, um den Neocoris zu schrecken. Je standhafter er diese Probe ausgehalten, desto mehr Lob erhielt derselbe nach seiner Aufnahme. Er wurde wieder zu zwei hohen Säulen geführt, in deren Mitte ein Greif zu sehen war, der ein Rad vor sich trieb. Man erklärte ihm diese Säule mit Orient und Occident. Der Greif war das Sinnbild der Sonne und das Rad mit vier Speichen die vier Jahreszeiten.

Eben hieran lehrte man ihn aber die Kunst, die Wasserwaage zu richten. Die Geometrie und Baukunst wurde ihm dabei gezeigt, und er lernte mit allen Maßstäben und Rechnungsarten umzugehen, deren er in der Folge sich zu bedienen hatte. Zu seinem Merkmal erhielt er einen Stab mit einer Schlange umwunden, und das Wort Heve war seine Losung, wobei man ihm den Fall des menschlichen Geschlechts erzählte. Sein Zeichen war, die beiden Arme kreuzweise über seine Brust zusammen zu schlagen. Ihr Amt bestand darin, die Säule zu waschen.

 

Dritter Grad

Das Thor des Todes, wobei der neue Eingeweihte Melanephoris genannt wurde.

Die Geschicklichkeit, und gute Ausführung des Neocoris machten ihn zu diesem Grade tüchtig. Man zeigte ihm selbst die Zeit seiner Aufnahme an. Er wurde von dem Thesmosphores in ein Vorzimmer geführt, über dessen Eingang Pforte des Todes geschrieben war. Dieses Zimmer war mit Vorstellung von unterschiedenen Arten einbalsamierter Körper und Särge besetzt. Alle Wände hingen von dergleichen Zeichnungen voll. Und da es der Ort war, wo die Leichname abgeliefert wurden, so fand der neue Melanephoris daselbst die Paraskisten und alle Heroi in Arbeit. In der Mitte aber stand der Sarg des Osiris, der noch, wegen der Erstickung, mit Blut überflossen war.

Man fragte den neuen Melanephoren, ob er an der Ermordung seines Herrn Teil genommen hätte? Nach der Verneinung dieser Frage ergriffen ihn zween TapixeytenSie führten ihn in einen Saal, wo alle übrige Melanephoren ganz schwarz gekleidet waren. Der König selbst, der allemal dieser Handlung mit beiwohnte, redete ihn, dem äußerlichen Schein nach, sehr freundlich an, und bat ihn, wofern er nicht glaubte, Herz genug zu haben, die Probe, so mit ihm vorgenommen werden sollte, auszustehen, dass er lieber die goldene Krone, so er ihm reichte, annehmen sollte.

Der neue Melanephor war aber schon vorher unterrichtet, diese Krone von sich zu werfen und sie mit Füßen zu treten. Sogleich rief der König: BeleidigungRache! Und hob ein Opferbeil auf, und schlug mit solchem den Melanephoren ganz leise vor den Kopf.

Die beiden Tapixeyten warfen den neuen Melanephoren von rückwärts auf die Erde, und die Paraskisten umwickelten ihn mit Mumienbändern. Unter dieser Handlung weinten die andern alle um ihn. Darnach brachten sie ihn wieder nach einem Thor, woran Heiligtum der Geister geschrieben war. Bei Eröffnung desselben fuhren Blitze und gewaltige Donnerschläge um den vermeinten Toten. Charon nahm die Leiche, als einen Geist, in seinen Kahn auf, und brachte ihn zu den unterirdischen Richtern. Pluto saß auf seinem Richterstuhl, Rhadamantus und Minos waren ihm zur Seite, wie auch AethonNycceusAlaster und Orpheus.

Es geschah an ihn sehr harte Fragen über seinen ganzen Lebenslauf, und endlich wurde er verdammt, in diesen unterirdischen Gängen zu verbleiben. Er wurde von den Bewickelungen der Leichentücher befreit, und erhielt neuen Unterricht, der in folgenden Sätzen bestand.

1. Niemals nach Blut zu dürsten, und seinen Mitgliedern in der Lebensgefahr beizuspringen.

2. Nie einen Toten unbegraben zu lassen.

3. Eine Auferstehung von den Toten und zukommendes Gericht zu erwarten.

Danach musste er sich einige Zeit auf das Malen legen, um die Särge der Mumien und Bänder auszieren zu können. Er erhielt eine Anweisung zu einer besondern Schrift, welche die Hierogrammatische genannt wurde, und die er bald nötig hatte; denn damit waren die Geschichte von Ägypten, die Erdbeschreibung, die Anfangsgründe der Sternkunde abgefasst. Er wurde auch in der Beredsamkeit unterrichtet, um künftighin die öffentlichen Leichenreden halten zu können. Sein Zeichen bestand in einer besondern Art von Umfassung, die Gewalt der Tod auszudrücken. Das Wort hieß: Monach Caron Mini. Ich zahle die Tage des Zorns.

Hier in diesen unterirdischen Gängen blieb er so lange, bis man sahe, ob er zu weitern Wissenschaften fähig war, oder ob er nur ein Paraskiste oder Heroi werden musste; denn heraus kam er hier zeitlebens nicht, wofern er nicht wahre Geschicklichkeit besaß.

 

Vierter Grad

Die Schlacht der Schatten.

Chistophoris

Wenn die Tage des Zorns vorbei waren, welche gemeiniglich anderthalb Jahr dauerten, so kam der Thesmosphores wieder zu ihm, grüßte ihn freundlich, und verlangte, dass er ihm folgen sollte, indem er ihn einen Degen und Schild gab. Sie gingen dunkle Gänge miteinander fort, bis endlich gewisse bekleidete Personen in grässlichen Gestalten erschienen, Fackeln und Schlangen trugen, und indem sie Panis riefen, ihn angriffen. Der Thesmosphores befahl ihm, sich tapfer zu wehren, und sich aller Gefahr entgegenzusetzen. Endlich wurde er von ihnen gefangen genommen, die Augen ihm wieder verbunden, und um seinen Hals ein Strick befestiget, doch so, dass er nicht konnte, gewürgt werden.

Darnach zogen sie ihn an die Erde bis zu dem Saal, wo er einen neuen Grad empfangen sollte. Die Schatten entfernten sich mit einem neuen Geschrei, welches schleunig entstand. Man richtete ihn auf, und führte ihn ganz entkräftet in die Zusammenkunft. Die Augen wurden ihm aufgebunden, und hier sah er die schönste Auszierung eines Saals mit den prächtigsten Gemälden behangen. Der König war selbst mit dem Demiurges gegenwärtig. Sie trugen alle ihre Alydei.

Um ihnen saßen die Stolistä oder Wasserträger, der Hierostalista mit der Feder auf dem Hut, als Sekretär, der Zacoris, so die Kasse führte, und der Komastis, der für die Mahlzeiten Sorge tragen musste. Der Odos oder Redner (Sänger) hielt darauf eine Rede, worin er dem neuen Christophoris zu seinem Vorsatz Glück wünschte. Er hätte aber nur noch die Hälfte seiner Arbeit überstanden, wovon er ihm gleichfalls Proben ablegen müsste.

Darnach wurde ihm ein Trank überreicht, der sehr bitter war und Cyce hieß. Diesen musste er ganz ausleeren. Hierauf übergab man ihm das Schild der Minerva, so auch Isis hieß, legte ihm die Stiefeln des Anubis an, der mit dem Merkur einerlei war, und den Mantel des Orci mit der Kappe. Er erhielt ein Schwert, und ihm wurde anbefohlen, der Person, welche er dort in der Höhle antreffen würde, den Kopf abzuhauen, und ihn dem König zu bringen. Jedes Mitglied rief aus, NiobeDa ist die Höhle des Feindes. Es zeigte sich in dieser Höhle ein ungemein schönes Frauenzimmer, welches gleichsam zu leben schien, und sehr künstlich von seinen Blasen und Häuten verfertigt war.

Zu dieser gieng der neue Chistophores, fasste sie bei den Haaren und hieb ihr den Kopf ab. Er brachte solchen zu dem Könige und zu dem Demiurges, die seine Heldentat lobten und ihm erzählten, er habe das Haupt der Gorgo abgehauen, die mit dem Typhon vermählt gewesen, und Anlass zu dem Mord des Osiris gegeben hätte. Er sollte beständig ein Rächer des Bösen sein. Hierauf behielt er die Erlaubnis, stets mit der Kleidung, so ihm gegeben worden, zu gehen. Sein Name wurde in ein Buch eingetragen, worin alle Richter des Landes standen.

Er hatte den freien Umgang mit dem Könige. Er erhielt seine tägliche Nahrung vom Hof. Er empfing alle Gesetzbücher des Landes und einen Orden, den er jedoch nur bei der Aufnahme eines Chistophoris oder nur in der Stadt Sais tragen durfte. Es stellte die Isis oder Minerva in Gestalt einer Eule vor. Man gab ihm davon folgende Erklärung, dass der Mensch bei seiner Geburt ebenso blind, als eine Eule wäre, durch Proben und durch die Weltweisheit aber ein Mensch würde. Der Helm bedeutete den größten Grad der Weisheit, der Kopf der Gorgone, die Unterdrückung der Leidenschaften. Der Schild die Beschützung für Spottreden. Die Säule die Standhaftigkeit. Der Wasserkrug, den Durst nach Wissenschaften. Der Köcher mit den Pfeilen, die Beredsamkeit. Der Spieß, die Überredung von weiten, da man nämlich durch seinen Ruf andere gleichsam verwunden könnte. Der Palm- und Ölzweig den Frieden.

Ferner lehrten dies ihn, dass der Name des großen Gesetzgebers Joa hieß. Dieses Wort war auch ihr Losungswort. Sie hielten zuweilen Zusammenkünfte, worin niemand als alle Chistophores kommen durften. Solches Kapitel hieß Pyron. Sie hatten ein Kapitelwort, nämlich Sasychis. Sonst musste er sich auf die Ammanische Sprache legen.

  

Fünfter Grad

Balahate

Der Chistophoris besaß das Recht, diesen Grad zu fordern, den ihm der Demiurges nicht abschlagen durfte. Er wurde also nach dem Orte der Zusammenkunft geführt, woselbst er von allen Mitgliedern empfangen und in den Saal eingeführt wurde. Darauf geschah eine Art von Schauspiel, welches er nur ansehen durfte und davon zuletzt die Erklärung erhielt. Eine Person, die Horus genannt wurde, ging in der Begleitung einiger Balahaten, welche alle Fackeln trugen, in dem Saal herum, und sie schienen etwas zu suchen. Endlich fieng Horus an, seinen Degen zu zucken. Man sah daraus in einer Höhle, über welcher Flammen hervor schlugen, den Typhon ganz traurig als einen Mörder sitzen. Horus nahte sich ihm. Typhon aber stand auf, und zeigte sich in einer schrecklichen Gestalt. Hundert Köpfe saßen auf seinen Schultern. Sein ganzer Leib war mit Schuppen besetzt, und seine Arme von einer erstaunlichen Länge. Nichtsdestoweniger ging Horus zu ihm, warf ihn zu Boden, und erlegte ihn. Man warf seinen Körper, nachdem man den Kopf abgeschlagen hatte, in die Höhle, aus der nun grässliche Flammen hervorbrachen. Der Kopf aber wurde jedem gewiesen, ohne ein Wort zu sprechen.

Der neue Balahate empfing hierauf die Nachricht, dass Typhon das Feuer bedeutete, das eines der schrecklichsten Elemente wäre, ohne welches doch in der Welt nichts ausgerichtet werden könnte. Horus, die Arbeit und der Fleiß, könnten aber daraus großen Nutzen schöpfen, wenn sie die Gewalt desselben gleichsam zu töten wüssten. Hierauf wurde dem Balahat die Anweisung zur Chemie gezeigt, und wofern er Lust dazu hatte, stand es ihm frei, ihren Untersuchungen, so oft, als er wollte, beizuwohnen.

Zu diesem Ende war sein Losungswort Chymia.

 

Sechster Grad

Astronomus vor der Pforte der Götter

Dieser Grad war mit einigen Vorbereitungen verbunden, und wurde er bei dem Eintritt in den Saal der Zusammenkunft, sogleich in Fesseln und Banden gelegt. Der Theomosphores führte ihn darauf zuerst nach der Pforte des Todes zurück, welche viele Stufen hatte, die man heruntersteigen musste, weil bei der Einweihung vom 3ten Grad die Höhle mit Wasser angefüllt war. Hier sah er Leichen liegen, welche als Verräter der Gesellschaft umgebracht waren. Man drohte ihm ein gleiches Schicksal, und nun wurde er wiederum zurückgeführt, einen neuen Eid zu schwören. Nach Ablegung desselben wurde ihm der Ursprung der ganzen Götterlehre erzählt, und ihm die Anweisung zur praktischen Sternkunde beigebracht. Er musste des Nachts den Beobachtungen beiwohnen und ihnen arbeiten helfen.

Er wurde für den Astrologen und Horoskopen gewarnt; denn gegen diese hatten sie einen wahren Haß und Abscheu, indem sie die Urheber aller Abgötterei und Aberglaubens waren. Diese falschen Lehrer des Volks hatten sich das Wort Phoenix zu ihrer Losung erwählt, worüber die Astronomi nur spotteten. Gleich nach seiner Aufnahme führte man ihn zu der Pforte der Götter, und eröffnete ihm solche. Er fand sie daselbst alle abgemalt, wobei ihm der Demiurgus alle Auslegung ihrer Geschichte selbst erteilte, ohne ihm etwas zu verschweigen. Auch zeigten sie ihm die Reihe ihrer schon gehabten Oberaufseher an, und die Liste ihrer in der ganzen Welt zerstreuten Mitglieder. Sie lehrten ihn auch einen priesterlichen Tanz, in dessen Gängen die Laufbahn der Gestirne vorgestellt war.

Das Losungswort war Ibis, welches Kranich bedeutete, und das Sinnbild der Wachsamkeit vorstellte.

 

Siebenter Grad

Propheta oder vielmehr Sapheuatly per-nah, ein Mann der die Geheimnisse weiß.

Der letzte und vorzüglichste Grad, worin alle Geheimnisse genauer erklärt wurden. Der Astronomus konnte, ohne Erlaubnis und Bewilligung des Königs, der Demiurgen und aller höheren Mitglieder, diesen Grad nicht erhalten. Sie hielten darauf öffentliche Umgänge, wobei sie jederzeit alle Heiligtümer dem Volke zeigten. Dieser Umgang wurde Pamylach genennet. So bald diese vorbei waren, giengen sie des Nachts heimlich aus der Stadt, wo gewisse Häuser lagen, die in einem Viereck gebaut waren und verschiedene Stuben hatten, so alle prächtig bemalt waren, und das menschliche Leben vorstellten.

Diese Häuser wurden Maneras genannt, denn das gemeine Volk glaubte, sie hätten einen besondern Umgang mit den abgeschiedenen Manes. Wenn sie in diesen Häusern ankamen, die mit vielen Säulen, woran wechselweise ein Sphinx und Sarg stand, umgeben waren, so überreichte man dem neuen Propheten einen Trank Oimellas, und sagte ihm dabei, dass nunmehr alle Proben ein Ende hätten.

Darnach empfing er ein Kreuz von besonderer Bedeutung, welches er beständig tragen musste. Er bekam ein schönes weißes gestreiftes und recht weites Kleid, so Etangi hieß. Sein Kopfputz war viereckig. Zu seinem Zeichen hatte er hauptsächlich dieses, dass er seine Hände gemeiniglich in seinen weiten Ärmeln kreuzweise zu stecken pflegte. Hierauf wurden ihm alle Haare abgeschnitten.

Darnach erhielt er die Erlaubnis, alle geheime Bücher zu lesen, welche in der Amonischen Sprache geschrieben waren, wozu er die Chiffre erhielt, so königlicher Baubalken genannt wurde. Der größte Vorzug, den sie erhielten, bestand darin, dass sie die Könige konnten wählen helfen. Ihr Wort ist gewesen Adon. Er konnte auch, nach einer gewissen Zeit, Ämter in der Gesellschaft erhalten, und Demiurges werden.

 

Die Bedienungen nebst der Kleidung

1. Demiurges, der oberste Aufseher der Gesellschaft, trug einen himmelblauen Rock mit Sternen gestickt, und einen gelben Gürtel57. Er trug einen Saphir mit Edelgesteinen umfasst an einer goldnen Kette um den Hals. Er war zugleich der höchste Richter im ganzen Lande.

2. Hierophantes, war beinah so bekleidet, als der Demiurges, nur mit dem Unterschiede, dass er ein Kreuz trug.

3. Stolista, der Wasserträger, hatte einen weißen gestreiften Rock an, und eine besondere Art von Stiefeln. Er hatte alle Kleidungen unter seiner Verwahrung.

4. Der Hierostolista trug eine Feder auf dem Hut, und ein Gefäß, so Canonicon genannt wurde, und eine zylindrische Gestalt hatte, worin Tinte zum schreiben war.

5. Der Thesmosphores war derjenige, der alle Eingeweihte einführen musste.

6. Der Zacoris führte die Kasse.

7. Der Komastis musste den Tisch besorgen. Unter ihn standen alle Pastopbores.

8. Odos der Redner und Sänger.

 

Mahlzeit

Sie mussten sich vorher alle waschen, bevor sie sich zu Tisch setzten.

Sie durften keinen Wein, sondern nur Bier trinken.

Bei Tisch wurden entweder ein ganzes Skelet, oder ein Buroi (Sarcopeja) Sarg, herumgezeigt, worauf der Odos das Maneros, dass ist, o Tod, komm uns zu rechter Stunde, anstimmte, so von allen Mitgliedern mitgesungen wurde. Nach Endigung der Mahlzeit gingen sie zu ihren Geschäften und Betrachtungen, oder verfügten sich zur Ruhe, wofern sie nicht zu astronomischen Untersuchungen das Göttertor Biranta öffneten, in welchem Fall sie ganze Nächte durchmachen, und Beobachtungen anstellen mussten.

 

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